Schattensuche - Anderswelt-Saga 1

Schattensuche (Anderswelt-Saga 1)

Dieses Jahr habe ich mehr vorgenommen, mehr Werke von Selfpublishern zu lesen. Werke also, die ohne einen herkömmlichen Verlag auskommen. Da diese Autoren, sich nicht nur um das Schreiben ihres Werkes kümmern müssen, sondern auch um Herstellung, Vermarktung, Vertrieb (und noch vieles mehr) ihrer Bücher – in gedruckter oder elektronischer Form, soll ihnen hier, mehr Aufmerksamkeit zukommen.
In weiteren Beiträgen werden sie selbst zu Wort kommen. 
Doch hier geht es um Evelyne Aschwanden Anderswelt-Saga Teil 1: Schattensuche.

Rezension: Schattensuche

Beschreibung:

Wir begegnen Maret Morti (der 15-jährigen Protagonistin der Anderswelt-Saga) als erstes, beim absolvieren ihrer Prüfung zur Hüterin. Sie soll einen Guhl zur Strecke bringen, und so ihr Können als Beschützerin der Blicklosen (normale unwissende Menschen), unter Beweis stellen. Doch als sie sich dem Wesen bereits nähert, kommt alles anders als gedacht…

Neben der dunklen Vergangenheit der Familie, dem Verschwinden ihres Bruders und den Machenschaften der Maskierten, muss Maret mit den üblichen Problemen eines Teenagers fertig werden. Ihre beste Freundin Laura gehört zu den Blicklosen und weiß somit nichts von Marets Leben als Hüterin. Yannik, der neue Schüler, scheint sich für Maret zu interessieren. Doch handelt es sich bei seinem Interesse, wirklich nur um eine Schwärmerei oder steckt doch mehr dahinter?

Maret versucht mit aller Kraft ein normales Leben zu führen. Sie will Laura eine gute Freundin sein und genießt jede Minute sorglosem rumgealbert mit ihr. Doch schon bald sollte sich alles ändern. Laura und die anderen Blicklosen werden von Mächten bedroht, die Maret alles abverlangen werden.

 

Kritik:

Evelyne Aschwanden legt mit ihrer ersten Veröffentlichung den Auftakt zu einer atemberaubenden Saga. Die Sprache ist einfach gehalten und liest sich flüssig. Die Dialoge wirken realistisch und nie aufgesetzt. Mit viel Spannung inszeniert Evelyne ihre ersten Kapitel und steigert sich weiter, bis der äußere Kampf zu einem inneren Ringen wird.

Die ersten Kampfszenen wirken noch ein wenig ungelenk und unübersichtlich. Doch die Autorin findet schnell zu ihrer wahren Stärke, behält dann die Übersicht in filmreifen Actionszenen, die einem in Spannung verharren, und die Seiten nur so vorbeifliegen lässt.

Leider sind die meisten Figuren sehr einfach gehalten. Wirken wie Stereotypen und nicht wie lebende Menschen. Nur wenige Charaktere erhalten die Tiefe, die sie verdient hätten.

Es haben sich auch ein paar kleine Logikfehler eingeschlichen. Meist sind sie aber witzig und lassen sich gutmütig übersehen, da sie nie die Haupthandlung in Gefahr bringen.

Die Handlung und die Erzählstruktur ist dicht und spannend. Sowieso versteht es Evelyne Aschwanden meisterlich, ihre Leserschaft zu überraschen und mit neuen Ideen und cleveren Wendungen, dem Genre einen frischen Anstrich zu verschaffen. Sie besitzt ein großes Wissen der Fabel-, Märchen- und Erzählmythologie, scheut sich nicht, mit gewissen Gepflogenheiten zu brechen und ihre eigene Vorstellung der Monster zu neuem Leben zu erwecken.

Rundum ist “Schattensuche” ein starker Auftakt zum Anderswelt-Universum, der Leser ab ca. 12 Jahren zum Lachen, fürchten und zum Nachdenken bringen wird. Denn neben der bereits genannten Action, setzt sich Evelyne Aschwanden mit Themen wie Verlust, Selbstbestimmung und Selbstzweifel auseinander. So wie Maret an ihre Aufgabe wächst, so wird den jungen Lesern und Leserinnen der Umgang mit Verlust und Tod aufgezeigt. Sie sehen wie Maret mit sich hadert und langsam den Mut aufbringt, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Nicht nur junge Leser werden Spaß am Abenteuer mit Werwölfen, Vampiren und Dämonen haben, auch ältere Rezensenten lassen sich von Zeit zu Zeit gerne ein wenig gruseln. Ich auf jeden Fall, freue mich schon auf die weiteren Bücher aus der Serie und bin gespannt wie es im Leben von Maret und ihren Freunden weiter gehen wird.

 

Ich durfte ein Interview mit Evelyne Aschwanden führen. Den Link dazu gibt es hier.

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